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Warum so viele Websites gleich aussehen.

GestaltungOktober 2026Lesezeit 3 MinutenNicole Manninger

Ein großes Foto mit zentrierter Überschrift, darunter drei Kästen mit Icons, ein Zitat und ein Kontaktformular. Dieses Muster findet sich auf Websites von Zahnärzten, Steuerberatungen und Yogastudios gleichermaßen, und es ist weder Zufall noch Mode, sondern eine Folge der Werkzeuge.

Das Theme entscheidet zuerst

WordPress lief im April 2026 laut W3Techs auf 42,6 Prozent aller Websites1, und ein großer Teil davon baut auf fertigen Themes auf, die Abstände, Schriftgrößen und den Aufbau von Kopf- und Fußbereich vorgeben. Mit dem eigenen Logo und der eigenen Farbe entsteht der Eindruck einer eigenen Website, das Raster darunter ist jedoch dasselbe wie bei Tausenden anderen.

Die Bausteine von Elementor

Der Page Builder Elementor allein läuft auf 12,5 Prozent aller Websites weltweit2. Er bringt fertige Bausteine mit, vom Kopfbereich über Leistungen in drei Spalten bis zu Kundenstimmen im Karussell, und weil diese Bausteine gut gemacht sind, werden sie immer wieder in derselben Reihenfolge verwendet. Das Ergebnis sind Seiten, die sich unabhängig vom Logo zum Verwechseln ähneln.

Eine Vorlage ist die Entscheidung, keine Entscheidung zu treffen.

Dieselben Schriften überall

Hinzu kommt die Typografie. Laut Web Almanac 2024 des HTTP Archive bindet mehr als die Hälfte aller Desktop-Websites Google Fonts ein, und eine Handvoll Familien wie Roboto, Open Sans, Poppins und Montserrat prägt einen großen Teil des Webs3. Wer die Standardschrift eines Themes übernimmt, teilt seinen typografischen Auftritt mit Hunderttausenden anderer Unternehmen.

Warum das ein Problem ist

Der erste Eindruck einer Website entsteht laut einer Studie der Carleton University nach 50 Millisekunden4, und in einer Stanford-Untersuchung bezog sich fast die Hälfte aller Urteile zur Glaubwürdigkeit auf die Gestaltung5. Eine Website, die in diesem Moment aussieht wie die der Konkurrenz, wird auch so eingeordnet.

Die Gleichförmigkeit hat außerdem technische Kosten. Im August 2026 bestanden auf dem Smartphone nur 36,8 Prozent der Websites mit Elementor den Test der Core Web Vitals, gegenüber 53 Prozent aller Websites6, und langsame Seiten verlieren Besucher, bevor sie überhaupt gesehen werden7.

Der Weg aus dem Einheitslook

Eine eigenständige Website beginnt nicht bei einer Vorlage, sondern bei der Marke. Schrift, Farbe, Aufbau und Ton werden aus dem Angebot und der Position eines Unternehmens abgeleitet und nicht aus einem Katalog gewählt. Werkzeuge, die genau das erlauben, haben stark an Bedeutung gewonnen, Framer etwa wurde im August 2025 mit zwei Milliarden US-Dollar bewertet8.

Unterscheidbarkeit ist kein ästhetisches Extra. In einem Web, in dem sich die meisten Websites gleichen, ist sie der schnellste Weg, erinnert zu werden.