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Was 2027 auf Websites zukommt.

AusblickOktober 2026Lesezeit 3 MinutenNicole Manninger

Prognosen über das Web veralten schnell. Die Entwicklungen, die 2027 für die Websites kleiner und mittlerer Unternehmen entscheidend werden, sind jedoch bereits beschlossen, messbar oder in vollem Gang.

Barrierefreiheit wird Alltag

Das österreichische Barrierefreiheitsgesetz gilt seit 28. Juni 2025 und erfasst Online-Angebote, bei denen Verbraucher Verträge abschließen, also buchen oder kaufen1. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz sind ausgenommen2. Für alle anderen werden Kontraste, Tastaturbedienung und Alternativtexte 2027 nicht mehr Kür sein, sondern Erwartung.

Die Suche wird zur Antwort

Im Frühjahr 2026 endeten in den USA bereits 68 Prozent aller Google-Suchen ohne Klick3. ChatGPT zählte zu dieser Zeit rund 900 Millionen wöchentliche Nutzer, Googles AI Mode mehr als eine Milliarde monatliche4, und laut Gartner und StatCounter laufen rund 8 Prozent aller Suchanfragen über KI-Chatbots5. Diese Entwicklung wird sich 2027 fortsetzen, und Websites werden zunehmend danach bewertet, ob sie Fragen klar und belegt beantworten.

Technisch heißt das, dass eine robots.txt KI-Crawler zulassen sollte und eine llms.txt nach dem Vorschlag von Jeremy Howard eine Kurzfassung der Website bereitstellt6. Beides ist mit geringem Aufwand umsetzbar und wird zur Grundausstattung gehören.

2027 werden Websites weniger danach beurteilt, wie sie aussehen, als danach, ob sie Antworten geben.

Geschwindigkeit bleibt Pflicht

Im August 2026 bestanden auf dem Smartphone nur 53 Prozent aller Websites den Test der Core Web Vitals7, obwohl seit Jahren bekannt ist, dass 53 Prozent der mobilen Besucher eine Seite verlassen, die länger als drei Sekunden lädt8. Schlanke Websites ohne schwere Page Builder werden deshalb weiter an Boden gewinnen.

Sicherheit wird teurer

Patchstack zählte für 2025 mehr als 11.300 neue Sicherheitslücken im WordPress-Umfeld, rund 42 Prozent mehr als im Jahr davor9. Wer auf ein System mit vielen Plugins setzt, wird 2027 mehr Zeit und Geld in Wartung investieren müssen, wer auf schlanke Lösungen umsteigt, deutlich weniger.

Typografie als Unterscheidungsmerkmal

Nach Jahren, in denen eine Handvoll Google Fonts das Web geprägt hat10, gewinnt eigenständige Typografie wieder an Bedeutung. Dazu trägt auch das Recht bei: Seit dem Urteil des Landgerichts München I aus dem Jahr 2022 werden Schriften zunehmend vom eigenen Server geladen11, und damit wächst der Spielraum für eine bewusste Wahl.

Neue Werkzeuge setzen sich durch

Plattformen wie Framer, im August 2025 mit zwei Milliarden US-Dollar bewertet12, verbinden Gestaltung und Umsetzung in einem System. Für Websites, die eine Marke zeigen und Anfragen auslösen sollen, werden sie 2027 zur ernsthaften Alternative zu klassischen Content-Management-Systemen.

Für Unternehmen ergibt sich daraus eine klare Rechnung: Eine Website, die 2027 gefunden und gebucht werden soll, braucht eine eigene Gestaltung, eine schnelle und sichere Technik und Inhalte, die Fragen beantworten.