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Wird die Website in fünf Jahren noch gesehen?

SichtbarkeitOktober 2026Lesezeit 3 MinutenNicole Manninger

Sichtbarkeit 2026

Technisch hält fast jede Website fünf Jahre. Ob sie in fünf Jahren noch gefunden wird, ist eine ganz andere Frage, denn die Art, wie Menschen suchen, verändert sich 2026 schneller als im gesamten Jahrzehnt davor.

Die Suche ohne Klick

Im Frühjahr 2026 endeten in den USA 68 Prozent aller Google-Suchen ohne einen einzigen Klick auf eine Website, 2024 waren es noch 60 Prozent1. Ein wachsender Teil der Antworten steht inzwischen direkt in der Suche: Wo Googles AI Overviews erscheinen, sinkt die Klickrate auf die Ergebnisse darunter um fast 60 Prozent1. Pew Research kam 2025 zu einem ähnlichen Befund, mit KI-Zusammenfassung klickten Nutzer nur noch in 8 Prozent der Fälle auf ein klassisches Ergebnis2.

Gesucht wird nicht mehr nur bei Google

Gleichzeitig verlagert sich die Suche. OpenAI meldete im Februar 2026 rund 900 Millionen wöchentliche Nutzer von ChatGPT, Googles AI Mode überschritt im Mai 2026 die Marke von einer Milliarde monatlicher Nutzer2, und laut Gartner und StatCounter laufen bereits rund 8 Prozent aller Suchanfragen über KI-Chatbots3. Wer eine Empfehlung für eine Physiotherapeutin in Graz sucht, fragt immer häufiger nicht mehr eine Suchmaschine, sondern eine KI.

Sichtbar bleiben Websites, die die Fragen der Kundschaft konkret beantworten.

SEO bleibt das Fundament

Klassische Suchmaschinenoptimierung verliert dadurch nicht an Bedeutung, denn KI-Zusammenfassungen greifen zum größten Teil auf dieselben Seiten zurück, die auch bei Google gut ranken. Die technischen Anforderungen sind allerdings gestiegen: Im August 2026 bestanden auf dem Smartphone nur 53 Prozent aller Websites den Test der Core Web Vitals4, und nach Googles eigener Studie verlassen 53 Prozent der mobilen Besucher eine Seite, die länger als drei Sekunden lädt7.

Local SEO entscheidet in der Region

Für Praxen, Studios und Beratungen entsteht ein großer Teil der Anfragen in der lokalen Suche, bei Begriffen wie „Physiotherapie Graz“ oder „Pilates Südsteiermark“. Google speist den Kartenblock mit den ersten drei Einträgen aus dem Unternehmensprofil, und bei Local SEO werden Profil, Website und strukturierte Daten aufeinander abgestimmt. Eigene Seiten je Ort wirken nur, wenn sie eigenen Inhalt haben, denn bloß getauschte Ortsnamen wertet Google als Duplikat ab.

GEO und AEO: in der Antwort vorkommen

Generative Engine Optimization, kurz GEO, zielt darauf, dass KI-Systeme ein Unternehmen nennen, wenn nach einer Empfehlung gefragt wird. Diese Systeme bevorzugen klare Aussagen, belegte Zahlen und Seiten, die in wenigen Sätzen sagen, wer ein Unternehmen ist, was es anbietet und zu welchem Preis. Eine Preisseite mit dem Hinweis „auf Anfrage“ liefert dafür nichts Verwertbares.

Answer Engine Optimization, kurz AEO, geht einen Schritt weiter und beantwortet die Fragen der Kundschaft in genau der Form, in der sie gestellt werden, knapp und mit konkreter Zahl. Technisch gehört dazu eine robots.txt, die KI-Crawler zulässt, und eine llms.txt nach dem Vorschlag von Jeremy Howard, die KI-Systemen eine Kurzfassung der Website bereitstellt8.

Der erste Blick bleibt menschlich

Bei aller Veränderung in der Suche entscheidet über eine Anfrage am Ende ein Mensch, und der urteilt laut einer Studie der Carleton University nach 50 Millisekunden11. Barrierefreiheit, seit Juni 2025 für viele Online-Angebote gesetzlich verlangt9, nützt beiden Seiten, denn eine klare Struktur hilft Menschen ebenso wie Maschinen.

Ob eine Website 2031 noch gefunden wird, hängt von Entscheidungen ab, die 2026 getroffen werden.