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Die Zukunft des Webdesigns liegt jenseits der Vorlage.

HaltungOktober 2026Lesezeit 3 MinutenNicole Manninger

Haltung

Eine Website war nie günstiger und nie schneller zu haben als 2026. Mit Theme, Page Builder und einem KI-Werkzeug für Texte ist ein Auftritt in wenigen Tagen online, und genau deshalb verschiebt sich die Frage: Es geht nicht mehr darum, ob es eine Website gibt, sondern ob sie sich unterscheidet.

Die Vorlage ist der Normalfall

WordPress lief im April 2026 laut W3Techs auf 42,6 Prozent aller Websites1, der Page Builder Elementor auf 12,5 Prozent2, und eine Handvoll Schriften prägt laut Web Almanac 2024 einen großen Teil des Webs3. Das Ergebnis ist ein Web, in dem sich Seiten verschiedener Branchen und Städte zum Verwechseln ähneln.

Dieses Muster wird sofort erkannt. Die Carleton University hat gezeigt, dass das Urteil über eine Website nach 50 Millisekunden fällt4, und eine Website, die in diesem Moment aussieht wie viele andere, wird auch so eingeordnet.

Die Suche verändert, wer gesehen wird

Zugleich verändert sich, wie Websites gefunden werden. 68 Prozent aller Google-Suchen in den USA endeten im Frühjahr 2026 ohne Klick6, und ChatGPT zählte im Februar 2026 rund 900 Millionen wöchentliche Nutzer7. KI-Systeme bevorzugen Quellen mit klaren Aussagen, eigenen Inhalten und erkennbarer Urheberschaft, und eine austauschbare Website hat ihnen wenig zu bieten.

Eine eigenständige Website ist auch ohne Logo eindeutig einem Unternehmen zuzuordnen.

Technik ist Voraussetzung, nicht Vorteil

Ladezeit, Barrierefreiheit und Lesbarkeit für Maschinen sind keine Extras mehr. Im August 2026 bestanden laut HTTP Archive nur 53 Prozent aller Websites auf dem Smartphone die Core Web Vitals9, seit Juni 2025 verlangt das österreichische Barrierefreiheitsgesetz für viele Online-Angebote Barrierefreiheit10, und mit der llms.txt entsteht gerade ein eigenes Format, das KI-Systemen eine Kurzfassung der Website bereitstellt11.

Was sich durchsetzen wird

Die Zukunft des Webdesigns liegt deshalb weniger in neuen Effekten als in einer alten Tugend: Gestaltung, die aus der Identität einer Marke entwickelt wird, umgesetzt mit Werkzeugen, die das erlauben. Dass Framer im August 2025 mit zwei Milliarden US-Dollar bewertet wurde12, zeigt, wie stark die Nachfrage nach genau solchen Werkzeugen gewachsen ist.

Eine Website aus der Vorlage bleibt die günstigste Lösung, um im Netz vorhanden zu sein. Wer gefunden, erinnert und gebucht werden will, braucht eine eigene Gestaltung, schnelle Technik und Inhalte, die Fragen beantworten, und gewinnt damit einen Abstand zur Konkurrenz, den keine Vorlage herstellen kann.